Nach Aquatoll und Fildorado packten das LFG und ich im Urlaub die Badesachen und besuchten voller Vorfreude das Alpamare in Bad Tölz.
Eintritt und erster Eindruck
Die Vorfreude wurde von saftigen 27 Euro Eintrittspreis pro Nase (gut, dass wir jeweils nur eine Nase haben) schon stark gedämpft und wurde auch beim Anblick der in die Jahre gekommenen Umkleidekabinen nicht besser. Immerhin kann man im Bad mit Chipkarte bezahlen. Das Zurücklaufen zur Kabine um Geld zu holen erübrigt sich dadurch.
Näher hingesehen
Ganz allgemein macht das Bad auf mich einen eher veralteten Eindruck. Die Spanndecke über dem Wellenbad wurde schon mehrmals geflickt, die Stühle und Liegen haben auch schon bessere Jahre erlebt, die geringe Anzahl der Duschen ist ein schlechter Witz (ich musste mehrere Minuten anstehen und das Bad war nicht mal sonderlich voll) und für den »Endless Peak«, eine Mini-Surf-Anlage, müsste man noch mal 3 Euro extra berappen. Letzteres haben wir aufgrund nicht vorhandener Surf-Künste ausgelassen.
Für die eher erholungsorientierten Besucher gibt es einen großzügigen Außenbereich mit diversen Unterwasserdüsen und Liegen sowie ein spezielles Jodsolebecken mit gelblichem Wasser, das offenbar gut für die Gesundheit sein soll. Für sportlich ambitionierte gibt es ein überdachtes Becken, in dem man gut ein paar Bahnen ziehen kann. Saunen, Solarien und ein kleines »Restaurant« fehlen auch nicht.
Die Rutschen
Für Spaßbad-Liebhaber sind die Rutschen eine wahre Pracht. Es gibt sieben an der Zahl und sie machen alle Spaß. Im Grunde ist für jeden etwas dabei: auf seinen eigenen vier Buchstaben, Einzel- oder Zweier-Bob oder Kopf voraus auf einer Rutschmatte. Diverse Einlagen wie Kaltwasserspritzer, Ton- und Lichteffekte, Dunkelheit und ein schreiendes LFG runden die Fahrten ab. Wären wir nicht irgendwann vom Tragen der Hilfsmittel und der vielen Treppenstufen erschöpft gewesen, würden wir vermutlich immer noch rutschen. Es ist wirklich schwer genug davon zu bekommen. Die Rutschen sind – zumindest für uns – also das absolute Highlight des alpamare und könnten den hohen Eintrittspreis fast in Vergessenheit geraten lassen.
Beschilderung
Aber leider nur fast. Ein weiteres großes Manko am Bad ist auch die Beschilderung. Umkleidekabinen-Nummern sind schlecht bis gar nicht ausgeschrieben; in welcher Rutsche mit welcher Unterlage gerutscht werden darf, muss erst entschlüsselt werden oder ist nicht sofort erkennbar; und auch die einzelnen Bereiche sind relativ schlecht erkennbar. Um beispielsweise die Rutschen zu finden, muss man durch eine Drehtür über der steht »Hier musst Du durch«. Ein Schriftzug »Zu den Rutschen« wäre wesentlich hilfreicher gewesen.
Fazit
Das alpamare wirkt auf mich als könne es sich nicht entscheiden ob es ein Erlebnisbad oder ein Wellness-Bad sein möchte. Ich würde es nicht noch mal erneut besuchen, solange es keine neuen Attraktionen geben oder der Preis drastisch reduziert wird. Die Rutschen rechtfertigen einen einmaligen Besuch aber allemal und sind es wirklich wert gesehen zu werden.