Männer lesen auf dem Klo. Deswegen haben Männer auf dem heimischen Thron immer einen nicht unbedingt formschönen, aber stets zweckmäßigen Zeitschriftenständer in Reichweite der Schüssel parat. Einige von uns haben sogar die wunderbare Möglichkeit, die Zeitschriften auf einer eigens dafür vorgesehenen Fensterbank zu platzieren.
So weit so gut. Es gibt jedoch auch öffentliche Toiletten und so genannte Gemeinschaftstoiletten. Auf ersteren verbietet sich das Lesen meist schon allein deswegen, weil man unterwegs nicht immer eine Zeitschrift zur Hand hat. Letztere dagegen sind, wie der Name schon vermuten lässt, meist in gemeinschaftlich genutzten Gebäuden zu finden. Man kennt also die Umgebung und kann sich eine entsprechende Lektüre aus näherer Umgebung mitnehmen.
Auf Gemeinschaftstoiletten ist Platz sehr oft Mangelware. So auch in unserem Bürogebäude. Von Zeitschriftenständern kann man hier nur träumen. Doch der findige Klogänger weiß sich zu helfen. Mit zwei einfachen Rollen Klopapier, kann man sich auch auf engem Raum sehr leicht einen Behilfsständer für eine einzelne Zeitschrift basteln (siehe Abbildung A). Durch diese geschickte Anordnung kann der Schwerpunkt beinahe jeder beliebigen Zeitschrift auf den Rollen so verlagert werden, dass die Lektüre sicher liegen bleibt. Ganz offensichtlich hat dieser Ständer den Vorteil, dass die Zeitschrift nicht an einer möglicherweise nicht ganz so hygienischen Stelle abgelegt werden muss, während diverse Geschäfte begonnen beziehungsweise abgeschlossen werden.
Das Reinigungspersonal (in diesem Fall vermutlich weiblich) kennt diesen praktischen Gebrauch aber offensichtlich nicht und stellt – wahrscheinlich aus ästhetischen Gründen – den Behilfsständer bei jeder Reinigung wieder in eine derart unnütze Position (siehe Abbildung B), dass nicht mal ein Werbeprospekt noch sicheren Halt finden würde.
Aber – und das ist der Punkt, warum ich das hier überhaupt schreibe – ich denke, ich habe diesen Kampf nach über zwei Jahren endlich gewonnen. Seit zwei Wochen ist mein Behilfsständer unverändert an Ort und Stelle geblieben. Mal sehen wie das Reinigungspersonal auf eine dritte Rolle (noch besserer Halt!) reagieren wird.