Ich habe einen Vogel am Hals. Also nicht direkt am Hals. Mehr im Kopf. Also im Ohr. Ah, ich bin schon ganz durcheinander.
Das geht jetzt schon seit zwei Wochen so. Jeden Abend um 22:30 Uhr – man könnte den Wecker danach stellen – fängt draußen ein einzelner Vogel an zu zwitschern. Das geht dann die ganze Nacht lang so weiter, bis morgens um Punkt 4:30 Uhr. Hier verstummt das muntere Gepfeife plötzlich und wie auf Kommando, fangen plötzlich alle anderen Vögel an aufzuwachen und sich gegenseitig zu begrüßen.
Nachdem ich das drei Tage mitgemacht habe, interessierte ich mich doch etwas näher für den kleinen Piepmatz. Nach kurzem Abgleich mit einer kleinen Vogelstimmen-Sammlung kam ich zum Ergebnis, dass es sich bei der Nachteule um eine Nachtigall handelt.
Nach einer nächtlichen Safari durch mehrere Nachbarsgärten, konnte ich sogar den Ort ihrer Behausung näher eingrenzen. Allerdings scheint das Nest recht gut versteckt und für mich unerreichbar zu sein.
Tja, also was tun? Die Oma rückt ihr Luftgewehr nicht heraus, fanatische fantastische Tierschützer (tüdelü) würden mich und dieses Blog boykottieren und nicht mal auf die sonst so aktiven Katzen (siehe hier und hier) ist heute noch Verlass.
Vielleicht könnte ich noch die Corvidaen vom Acker gegenüber dazu überreden da mal auf den Putz zu hauen.
Andernfalls bleibt mir nichts anderes übrig als mich daran zu gewöhnen. Mich würde allerdings zu gerne interessieren, wer den Wikipedia-Artikel geschrieben hat, in dem steht:
Die Nachtigall singt reich, wohltönend und laut und wird von Menschen als sehr angenehm und schön empfunden.
Das mag ja sein. Aber doch nicht die ganze Nacht durch.