McDonald’s – ich liebe es
Mit großem Hunger betrete ich den Laden, vorbei an der Theke des wohl am schlechtesten besuchten McCafé, direkt zu einer der fünf Kassen von denen zwei geöffnet waren. Die nächsten fünf Minuten passiert erst einmal gar nichts. Plötzlich durchfährt mich ein Ruck. Erst denke ich jemand hätte mich angerempelt. Aber nach genauerem Analysieren der Lage stelle ich fest, dass sich ein kleines Etwas an mein Bein klammert um vor einem etwas größeren kleinen Etwas in Deckung zu gehen. Ich hätte an seiner Stelle wohl ähnlich gehandelt und verstand seine schwierige Lage, denn das etwas größere Etwas hat eine sehr bedrohlich wirkende Maske übergezogen. Zumindest hoffe ich das für ihn. Als ich dem kleineren Etwas freundlich und mit ruhiger Stimme mitteile, dass die Hose seines Vaters weiß und die um die es sich gerade klammert blau ist, hüpft es aber schnell einen halben Meter weiter und umklammert nun fest und zufrieden eine weiße Jeans. Putzig. Was wollte ich hier gleich noch mal? Mein Magen knurrt laut hörbar – ach ja, essen!
Es passiert immer noch nichts. Keine Bedienung in Sicht. Aber fünf Menschen, die um eine Kaffeemaschine stehen und hektisch versuchen selbige wieder zum Laufen zu bringen. Was also tun? Laut schimpfen? Nein, viel zu schönes Wetter. Dann schau ich mich so lange eben mal um. Alles neu renoviert hier. Schön. Im Kühlschrank neben mir entdecke ich ein 0,5l Bonaqua-Tetrapak für 1,85 EUR. Auf der Preistafel erkenne ich, dass ein normales 0,3l Getränk nur 1 EUR kostet. Letzteres kann ich so oft nachfüllen wie ich Lust habe. Ich frage mich welcher Mensch auch nur annähernd auf die Idee kommen sich für das Tetrapak zu entscheiden.
Eine Bedienung nähert sich. Endlich darf ich meine Bestellung aufgeben und bekomme auch gleich alles. Prima. »McChicken plain« kann ansonsten schon mal eine Weile länger dauern, und das obwohl eigentlich weniger drauf ist. Eine elegant geschwungene 180-Grad-Drehung und zwei Schritte weiter, stand ich auch schon an der Eiswürfelmaschine. Wenn ich also den Becher unter diese Maschine halte, erwarte ich Eiswürfel. Statt dessen plätschert ein gar nicht eisiger Wasserstrahl in meinen Becher. Wie kommt’s? Irgendein lustiger Knilch hat den Knopf für »Water« gedrückt. Folglich kühlt die Maschine nicht mehr genug herunter damit es für Eis reichen würde. Denn auch das Zurückstellen auf »Ice« bringt nicht den gewünschten Effekt. Wozu sollen die Knöpfe überhaupt gut sein? Wer will seine Cola schon mit Wasser verdünnen? Ein klein wenig bin ich jetzt schon angemufft so ganz ohne Eis.
Schließlich sitze ich am Platz und versuche die versalzten Pommes herunter zu bekommen als ich auch schon durch eine wild umher gestikulierende Bedienung unterbrochen werde. Sie hat bereits das ganze Restaurant abgelaufen, aber scheinbar will einfach niemand den McRib bestellt haben. Sie fragt auch bei mir extra dreimal nach bevor sie noch eine weitere Runde durch den Laden dreht. Erfolglos. Ein freundlicher Gast kann es entweder nicht mehr sehen, es nicht mehr mit anhören oder hat einfach nur Mitleid und teilt der mittlerweile stark schwitzenden Angestellten mit, sie könne es doch mal im Außenbereich versuchen. Man konnte die Glühbirne über ihrem Kopf förmlich sehen. Und der freiluftige Gast bekam endlich seinen McRib. Vermutlich kalt.
12. Juli 2005 um 16:54 Uhr
Deshalb lass ich lieber wo anders meinen Burger »pimpen«.
~ You got physically pimped
14. Juli 2005 um 23:59 Uhr
Wie »nachfüllen«? – Darf man Getränke beim McDonalds nachfüllen? – Ich wurde da mal mal blöd angesprochen…
Also dann würde ich ja immer die Small-Größe nehmen und dann gleich neben dem Getränkeautomat essen. Das spart nicht nur Bares, sondern auch Wegstrecke…
15. Juli 2005 um 00:09 Uhr
Ja, hier in Pforzheim darf man das in einem von drei McDonald’s und im Burger King. In letzterem sogar schon sehr lange. Ich weiß auch, dass das in fast allen Filialen in Köln so ist.
7. Dezember 2005 um 07:46 Uhr
Es gibt natürlich nicht überall einen Gratis-Refill von Getränken.
Es liegt im Ermessen des Franchisenehmers, bzw. bei Company-Restaurants beim Restaurantleiter, ob er den Getränke-Refill kostenlos anbietet.